Ausstellungseröffnung "Gemeinsam gegen Rechtsextremismus" in Hann. Münden

Hann. Münden, Ausstellung
Carsten Rose begrüßte die Besucherinnen und Besucher der Eröffnungsveranstaltung
Bildrechte: Carsten Wolter

Am Mittwochnachmittag (18.02.2015) fand in der Hann. Mündener Polizeiakademie die Eröffnung der Ausstellung „Gemeinsam gegen Rechtsextremismus" statt. Lehrerinnen und Lehrer der ansässigen Schulen sowie Lehrpersonal und Studierende der Polizeiakademie Niedersachsen wollten sich intensiv mit dem Thema beschäftigen und wohnten der Eröffnungsveranstaltung bei.

Begrüßt wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer vom Leiter der Abteilung 1 Carsten Rose. Er freute sich besonders darüber, dass die Ausstellung in den Räumlichkeiten der Polizeiakademie stattfinden kann. „Der Wichtigkeit des Themas Rechtsextremismus trägt die Polizeiakademie Niedersachsen seit Jahren Rechnung. Extremismus und Terrorismus sind fester Bestandteil des Studiums für die Anwärterinnen und Anwärter des Polizeivollzugsdienstes", erklärte er. An die Vertreterinnen und Vertreter der Schulen richtete er ebenfalls das Wort. Es sei schön, dass die Ausstellung auch in Kooperation mit den örtlichen Schulen zustande gekommen sei. So könne die schulische Bildungsarbeit durch die Ausstellung des Verfassungsschutzes bereichert werden.


Vor allem über die behördenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Verfassungsschutz und Polizei freute sich auch Ministerialrat Wolfgang Freter vom Verfassungsschutz. „Die Behörden haben eine besondere Rolle in der Präventionsarbeit", betonte er in seiner Rede und stellte dar, wie sich der Rechtsextremismus in den letzten Jahren aus Sicht der Verfassungsschutzbehörde entwickelt hat. Kameradschaften haben sich aufgelöst, da sich die Extremisten immer weniger engagieren wollen. Es kommt daher zu temporären und aktionsbezogenen Gruppen anstelle von Engagement in Parteien oder Kameradschaften. Er ging ebenfalls darauf ein, dass das Internet auch in Verbindung mit der Verbreitung von rechtsextremistischer Musik eine große Rolle spiele. Die Ausstellung „Gemeinsam gegen Rechtsextremismus" geht auch speziell auf diese ein.

Oberstudiendirektor Gerd Reddig der BBS Münden stellte fest, dass Hann. Münden als weltoffene und tolerante Stadt der richtige Ort für die Ausstellung des Verfassungsschutzes sei. Die BBS Münden setze sich aktiv gegen Rassismus ein und sei daher als Kooperationspartner bestens geeignet. Vor zwei Jahren erhielt die Schule den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". 17 Klassen der berufsbildenden Schule werden in den nächsten drei Wochen durch die Ausstellung geführt.


Ausstellung, Lahmann
Horst Lahmann referierte über das Konzept der Ausstellung
Bildrechte: Carsten Wolter

Zeitgemäße Prävention erfordert, dass die Gewohnheiten der Zielgruppen genau analysiert und vor allem in die Ausstellungen selbst mit einbezogen werden, erklärte Regierungsdirektor Horst Lahmann vom Verfassungsschutz. Der Behörde sei bewusst, dass sich die Jugendlichen heutzutage mehr mit den Medien beschäftigen: Musik hören, Nutzung des Internets und des Smartphones gehören zu den neuen Lieblingsbeschäftigungen, während das Lesen mehr in den Hintergrund rückt. Dies spiegelt sich auch in der Ausstellung wider. Drei Medientürme, auf denen Filme und Musikstücke vorgeführt werden, heben sich von den Texttafeln ab.

Begleitet wurde die Veranstaltung von der dreiköpfigen Schulband der BBS Münden, die zwischen den Rednern themenbezogene und nachdenkliche Lieder in deutscher, englischer und französischer Sprache vortrug.


Ziemann, Hann. Münden, Ausstellung
Frank Ziemann führt die Besucherinnen und Besucher die Kleidung der Rechtsextremisten vor
Bildrechte: Carsten Wolter

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Mode dieser Szene, wie Verfassungsschutzmitarbeiter Thomas Gronau erklärte. Das verdeutlichen die ausgestellten T-Shirts, die teils offensichtliche und teils subtilere, rechtsextremistische Botschaften enthalten, sehr eindrucksvoll.

Die Kurzführung schloss Frank Ziemann mit einer kurzen, aber prägnanten Botschaft ab: „Nicht wegschauen, sondern für unsere Demokratie kämpfen!"

Die Ausstellung „Gemeinsam gegen Rechtsextremismus" wird noch bis zum 13. März in der Aula des Hauses Braunschweig auf dem Gelände der Polizeiakademie Niedersachsen in Hann. Münden gezeigt.


Artikel-Informationen

20.02.2015

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