Train the Trainer - Konzept; Trainerqualifizierung malischer Kolleginnen und Kollegen an der Polizeiakademie Niedersachsen – Erfahrungsbericht -

Aus dem Studiengebiet 5 reichte Jürgen Pape einen Erfahrungsbericht zur kürzlich in Hann. Münden vom 18.03. - 05.04.2019 durchgeführten Trainierqualifizierung im Rahmen des Train the Trainer-Konzeptes ein. Diesen Bericht möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

Vive la coopération! („Es lebe die Zusammenarbeit!")

Bereits im November 2016, während einer MINUSMA-Besuchsreise (MINUSMA = Friedensmission der UN in Mali), äußerten Führungskräfte der malischen Polizei den Wunsch, eine Kooperation mit einer deutschen Bildungseinrichtung der Polizei eingehen zu wollen.

Ziemlich genau ein Jahr und einen Gegenbesuch später reiste im November 2017 eine Delegation der niedersächsischen Polizei unter Leitung des Direktors der Polizeiakademie, Carsten Rose, nach Bamako, in die Hauptstadt Malis. Weitere Delegationsteilnehmerin und -teilnehmer waren Yasemine Krämer, eine Kollegin mit französischer und deutscher Staatsbürgerschaft, die als Dolmetscherin fungierte und ich selbst in meiner Funktion als Lehrkraft mit Schwerpunkt Kriminaltechnik.

Neben der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der École Nationale de Police Mali (ENP) wurden bereits die Eckpunkte der künftigen Zusammenarbeit festgelegt. So fand im Frühjahr 2018 die erste dreiwöchige Weiterbildung von fünf malischen Ausbilderinnen und Ausbildern nach dem Train the Trainer-Konzept statt. Die Schwerpunkte bildeten dabei wunschgemäß die Themen Kriminaltechnik und Pädagogik/Didaktik. Dieser Lehrgang fand parallel zum Internationalen Studienkurs in Hann. Münden statt, an dem erstmalig auch zwei malische Kollegen teilnahmen.

Um die malischen Ausbilderinnen und Ausbilder weiter zu unterstützen und ihnen zu helfen, die gelernten Inhalte anzuwenden, wurde ein zweiwöchiger Kurs in Mali durch uns begleitet und Spurensicherungsmaterial zur Verfügung gestellt.

Auch in diesem Jahr wurde die zweite Trainerqualifizierung wieder zeitgleich zum Internationalen Studienkurs durchgeführt. Neben den Inhalten des letzten Jahres wurden die Bereiche „Dokumentenprüfung" und „Menschenrechte/Umgang mit dem Bürger" thematisiert.

Darüber hinaus sorgte ein abwechslungsreiches Freizeit- und Kulturprogramm für einen Austausch über die fachlichen Schwerpunkte hinaus. Hierzu gehörten gemeinsame Restaurantbesuche und ein Bowlingabend, bei dem sich unsere Gäste trotz mangelnder Vorkenntnisse erstaunlich geschickt anstellten. Außerdem gab es eine Stadtführung durch die Altstadt Hann. Mündens, die von der Zerstörung des 2. Weltkriegs komplett verschont blieb. Wir besuchten das Wahrzeichen der Stadt Kassel, den Herkules sowie die Löwenburg in dem kunstvoll angelegten Bergpark Wilhelmshöhe.

Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an der Bachelorabschlussfeier des Studienjahrgangs BA 10/16 in Oldenburg.

Am folgenden Tag besichtigten wir gemeinsam mit einer hochrangigen Delegation aus Mali die PI Wilhelmshaven. Da wir nun schon im Norden Niedersachsens waren nutzten wir die Gelegenheit und fuhren weiter nach Cuxhaven, wo wir bei strahlendem Sonnenschein mit dem Wattwagen unterwegs waren. Da Mali ein Binnenland ist, haben einige Gäste an diesem Tag zum ersten Mal das Meer gesehen - und niemand wusste bis dato, dass es auch teilweise verschwinden kann. Auch wenn die Meinungen zur Entstehung von Ebbe und Flut unterschiedlich waren, so waren sich alle einig, dass die Fahrt über den Meeresboden ein faszinierendes und unvergessliches Erlebnis war. Ich hoffe, dass unsere Zusammenarbeit noch lange währt. Dass ich damit nicht allein bin, zeigt mir ein Ausspruch, den ich während der knapp drei Wochen häufig von den malischen Kolleginnen und Kollegen gehört habe - vive la coopération!

-Jürgen Pape-



 
 
PA Nds
 
 
 
 
 
 
 
Nds. Delegation um den Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, Carten Rose, sowie Landespolizeipräsident Axel Brockmann in Mali (November 2018)
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