Call for Proposals – Sammelbandprojekt
Zwischen Tradition und Neuerung. Rechtsstaatlichkeit und Wandel gesellschaftlicher Ordnungen in der Bundesrepublik bis zum Ende der 1970er Jahre
Der geplante Sammelband widmet sich der (Re-)Formierungs- und Konsolidierungsphase bundesrepublikanischer Rechtsstaatlichkeit in den ersten drei Jahrzehnten nach 1949. Im Fokus steht die Frage, wie sich Rechtsstaatlichkeit und Rechtskultur zwischen Staatsgründung und dem Ende der sozialliberalen Koalition in Konflikten, Aushandlungsprozessen sowie medialen und institutionellen Praktiken herausbildeten und verfestigten.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich in dieser Zeit zentrale Weichenstellungen vollzogen – von der Großen Strafrechtskommission über die Verjährungsdebatte bis hin zur Terrorismusgesetzgebung. Der Band möchte diese Entwicklungen nicht als lineare Erfolgsgeschichte erzählen, sondern die Spannungen, Widersprüche und Deutungskonflikte sichtbar machen, in denen sich das Verhältnis von Bürgerrechten und staatlichen Kompetenzen neu bestimmte.
Gesucht werden interdisziplinäre Beiträge aus Geschichts- und Rechtswissenschaft, Diskurs- und Korpuslinguistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie den Sozialwissenschaften. Thematisch reichen mögliche Zugriffe von Akteursanalysen (z. B. Verteidigung in Strafverfahren, Berufsverbände, Kompetenzkonflikte zwischen BGH und BVerfG) über mediale Diskurse (etwa zur „Inneren Sicherheit“, Spiegel-Affäre, Todesstrafendebatte) bis hin zu Fragen institutioneller Reformen, professioneller Rollenbilder und gesellschaftlicher Liberalisierungsprozesse
Auch theoretische und komparative Perspektiven – deutsch-deutsch, europäisch oder transatlantisch – sind ausdrücklich willkommen. Der Band richtet sich an ein wissenschaftliches Publikum der deutschen Rechts- und Zeitgeschichte.
Deadline für Beitragsvorschläge (max. 1,5 Seiten): 12.04.2026
Den ausführlichen Call finden Sie hier .
Kontakt:
Prof. a.d. PA Dr. Andreas Mehlich
andreas.mehlich@polizei.niedersachsen.de