Ausstellungsprojekt "Freunde - Helfer - Straßenkämpfer. Die Polizei in der Weimarer Republik"

Weimar

Ausstellungsprojekt

"Freunde - Helfer - Straßenkämpfer. Die Polizei in der Weimarer Republik"


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Aktuelles: Vom 19. bis zum 6. November ist die Ausstellung im Niedersächsischen Landtag zu Gast

Besichtigungszeiten: 19., 22., 23., 29., 30. Oktober und 1., 2., 5.-7. November, jeweils 9:00 bis 18:00 Uhr

Adresse: Hannah-Arend-Platz 1, 30044 Hannover

Eintritt frei!

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Mit dem geplanten Projekt möchte die Polizeiakademie an die Geschichte der ersten deutschen Republik ebenso erinnern wie an eine, die Polizei prägende historische Gewalt- und Ohnmachtserfahrung.

Das Ausstellungs-, Bildungs- und Forschungsprojekt soll zudem der Förderung der Demokratiekompetenz innerhalb und außerhalb der Polizei dienen.


Anlass am 9. November 2018:

Am 9. November 1918 wurde in Berlin die erste deutsche Republik ausgerufen. Der 9. November ist damit die eigentliche Geburtsstunde des Parlamentarismus in Deutschland. Die 100. Wiederkehr dieses Ereignisses am 9. November 2018 soll für eine Retrospektive mit einem polizeilichen Blickwinkel genutzt werden.

Dazu jährt sich am 9. November 2018 auch die sogenannte Reichspogromnacht zum 80. Mal. Die organisierten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland im Jahr 1938 stehen signifikant für die Menschenverachtung einer rassistischen Diktatur, die der Demokratie von Weimar nachfolgte.

So gegensätzlich beide Ereignisse zu sein scheinen, so eng sind sie doch miteinander verbunden. Ohne die Ereignisse um den 9. November 1918 hätte es die Weimarer Republik nicht gegeben. Und ohne das letztendliche Scheitern dieses Demokratieexperiments hätten die Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland am 9. November 1938 nicht stattgefunden.


Kurzer inhaltlicher Rahmen:

Die so genannten „Weimarer Verhältnisse" hatten starke Auswirkungen und Folgen auch für die Polizei in der ersten Republik - eine Polizei, die nicht nur neu organisiert wurde, sondern vor allem zu einem veränderten Selbstverständnis finden sollte. Aus Vertretern der Obrigkeit im Kaiserreich sollten „Freunde und Helfer" der Bevölkerung werden. Aber nach bürgerkriegsähnlichen Unruhen in den Anfangsjahren und einer anschließenden Konsolidierung der Verhältnisse geriet die Polizei in der Endphase der Republik in ein sich ständig verstärkendes Spannungsfeld zwischen extrem rechter und extrem linker politisch motivierter Gewalt. Ohne den Schutz und den Rückhalt einer staken und republikfreundlichen Politik und Justiz verlor die Polizei dadurch nicht nur das ihr zustehende Gewaltmonopol, sondern damit zugleich die Möglichkeit, der Gesellschaft gegenüber die Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten, die für das Funktionieren einer freiheitlichen Demokratie zwingend notwendig sind.

Mit ihrer geplanten Ausstellung möchte die Polizeiakademie mit Unterstützungspartnern (Universität Hildesheim, Deutsche Hochschule der Polizei, Verein Gegen Vergessen. Für Demokratie) an die Geschichte dieser ersten Republik ebenso erinnern, wie an eine die Polizei noch lange Zeit prägende Gewalt- und Ohnmachtserfahrung.

Dazu kommt, dass es den nachfolgenden nationalsozialistischen Staat ohne die Geschichte des Scheiterns der Republik nicht gegeben hätte. Und ein Synonym für die Menschenverachtung dieses auf die Republik folgenden Terrorstaates ist ebenfalls das Datum des 9. Novembers. In der Reichspogromnacht von 1938 hat der Nationalsozialismus vor aller Welt sein verbrecherisches Gesicht gezeigt. Gleichzeitig steht der 9. November 1938 auch für ein Versagen der Polizei.

Deshalb möchte das Polizeimuseum der Polizeiakademie Niedersachsen Ausstellungs- und Bildungsprojekt zur Förderung der Demokratiekompetenz innerhalb und außerhalb der Polizei initiieren.


Wanderausstellung:

Nach der geplanten Ersteröffnung im Niedersächsischen Landtag im Oktober 2018 ist für 2019 eine Präsentation in allen Polizeibehörden angedacht. Dabei soll auch berücksichtigt werden, dass heutige Landesteile wie Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe teilweise eine ganz eigene Entwicklung vor allem in der Endzeit der Weimarer Republik durchlaufen haben. So regierte in Oldenburg der erste nationalsozialistische Ministerpräsident in Deutschland und für die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Reich ab Januar 1933 boten die Verhältnisse in Braunschweig wahrscheinlich die Blaupause.


Die Wanderausstellung wird ab Mitte Oktober 2018 zu sehen sein. Anfragen richten Sie bitte an: polizeimuseum@akademie.polizei.niedersachsen.de

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